Warface im Test

23.01.2014 um 17:38 von Games.de

Gut gemacht, Crytek, aber ihr könnt mehr

"Wir werden künftig nur noch Free to Play-Spiele entwickeln." So oder so ähnlich äußerte sich Crytek vor einiger Zeit, als dessen erster kostenlos spielbarer Titel Warface noch nicht in Europa gestartet war. Nun ist das Spiel da, jeder kann es zocken. Die Frage ist: Rechtfertigt Warface Cryteks Pläne?

Eine absoluter Toptitel zum Nulltarif sollte Warface werden. Das war das Versprechen, das Crytek uns vor der Veröffentlichung des Free to Play-Multiplayer-Shooters gab. Wir fragen uns nun in diesem Test, ob dieses eingelöst wurde. Auf den ersten Blick muss man dabei sagen, dass Warface eigentlich nichts Besonderes bietet. Es ist ein klassischer Online-Shooter auf kleinen Karten und mit typischen Spielmodi, die man bereits dutzende Male gesehen und gespielt hat. Es gibt unter anderem "Jeder gegen jeden", Team-Deatchmatch, Sturm, was mit Rush aus Battlefield vergleichbar ist, und Bombe legen, was man aus Counter-Strike kennt.

Auch der enthaltene Koop-Modus bietet nichts Neues. Der funktioniert schließlich nicht großartig anders als Left 4 Dead, bietet halt nur keine Zombies und erreicht auch nicht den Unterhaltungsgrad der erfolgreichen Valve-Marke. Denn anders als in Left 4 Dead spawnen die Gegner hier nicht dynamisch, der Wiederspielwert hält sich demnach arg in Grenzen.

Standardjobs

Ähnlich unspektakulär sind die vier Soldatenklassen. Sanitäter, Sniper, Schütze (versorgt andere Spieler mit Munition) und Ingenieur (platziert Minen) stehen zur Auswahl. Punkte in den Matches gibt es für Abschüsse und das Team unterstützende Aktionen. Der Sniper hat hier natürlich einen kleinen Nachteil, da er eben wirklich nur snipern kann, während die anderen Klassen ihre Teamkollegen direkt unterstützen können.

Die Steuerung beziehungsweise das grundlegende Gameplay sind sehr gut gelungen. Warface spielt sich schön flott und man kommt schnell rein. Im Grunde orientiert es sich sehr stark an der Call of Duty-Serie, was natürlich auch an den kleinen, meist engen Karten liegt. Hier können wir dem Spiel nichts vorwerfen. Etwas anders sieht es jedoch mit dem Free to Play-Modell aus.

Nein, keine Angst: Warface hat nichts mit Pay to Win zu tun. Alle Waffen und sonstigen Items, die euch Vorteile verschaffen, lassen sich auch ohne den Einsatz von Echtgeld erspielen. Dass das natürlich Zeit braucht, dürfte klar sein. Ärgerlich ist jedoch, dass die im Shop gekauften Waffen mit der Zeit kaputt gehen und repariert werden müssen, was natürlich auch wieder Ingame-Währung kostet. Granaten und andere Gegenstände können zudem nur gemietet werden und landen nicht dauerhaft in eurem Arsenal. Das nervt auf Dauer einfach.

Zufriedener stimmt uns da die Grafik des Shooters. Hier kommt die CryEngine 3 zum Einatz, was sich natürlich bemerkbar macht. Warface sieht schon sehr schick aus und gehört im Free to Play-Bereich definitiv zum Besten. So brilliant wie ein Crysis 3 ist es aber nicht, schließlich sollen Free to Play-Spiele ja auch auf möglichst vielen PCs laufen.


Fazit

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Punkte: 167.737

Crytek steht ja eigentlich schon für Qualität. Und Warface ist auch kein schlechtes Spiel, im Free to Play-Bereich zählt es mit zu den besten Shootern. Aber nach den großen Versprechungen von Crytek hätten wir uns doch noch ein wenig mehr erhofft. Der Koop-Modus ist relativ schwach, die Versus-Modi decken nur den Standard ab, die Klassen ebenso. Hinzu kommt die nervige Eigenschaft der im Shop erhältlichen Waffen, dass diese nach einiger Zeit kaputt gehen. Dafür steht das Spiel technisch sehr gut da. Insgesamt betrachtet ist Warface eine gute, kostenlose Alternative zu Call of Duty und Co. Von einer Firma wie Crytek hätten wir aber noch mehr Alleinstellungsmerkmale erwartet.


Pro

  • gute Grafik dank CryEngine 3
  • Steuerung und Gameplay stimmen
  • alle Waffen und Items auch ohne Geld erspielbar

Contra

  • gekaufte Waffen gehen mit der Zeit kaputt
  • bietet zu wenig Eigenes, deckt nur den Genre-Standard ab
  • schwacher Koop-Modus

Spielbewertung81%

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